RCC
Das RCC (Rescue Coordination Centre) ist die zentrale Rettungsleitstelle in einem geografischen Gebiet und spielt im Zusammenspiel von GMDSS, SAR und Notsystemen eine Schlüsselrolle. Für Inhaber des SRC ist das Verständnis der Aufgaben und Abläufe eines RCC, insbesondere des Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC), prüfungs- und praxisrelevant.
Definition
Das Rescue Coordination Centre (RCC) ist die Rettungsleitstelle in einem geographischen Gebiet. Es ist zuständig für die Koordination der im Notfall zur Verfügung stehenden Kräfte und für die Abwicklung des Notverkehrs im Rahmen von Search and Rescue (SAR). Rettungsleitstellen zur Seenotrettung werden als Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) bezeichnet. Leitstellen zur Luftrettung, zum Beispiel bei verschollenen Flugzeugen, heißen Aeronautical Rescue Coordination Centre (ARCC).
Technischer Hintergrund
Im GMDSS ist das RCC die zentrale Stelle, an die Seenotsignale aus Notsystemen weitergeleitet werden. Notalarme können über UKW-Notkanal 16, über DSC auf UKW-Kanal 70 oder über eine EPIRB-Notfallbake ausgelöst werden. Notmeldungen einer EPIRB werden über Satellit an ein zuständiges RCC übermittelt. Befindet sich ein MRCC in Funkreichweite, reagiert es als erstes auf den Notruf, klärt die Art des Notfalls und leitet den Alarm an möglichst viele Schiffe in der Nähe weiter. Das MRCC koordiniert dabei auch den Not-Funkverkehr.
Bedeutung für die SRC-Prüfung
Für die SRC-Prüfung müssen Sie die Aufgabe eines RCC sowie die Unterscheidung zwischen RCC, MRCC und ARCC kennen. Prüfungsrelevant ist, dass ein MRCC für die Seenotrettung zur See zuständig ist, den Notverkehr abwickelt und die SAR-Maßnahmen koordiniert. Außerdem sollten Sie den Zusammenhang zwischen Notalarmierung über DSC, UKW-Kanal 16, EPIRB und der Weiterleitung an ein RCC beherrschen. Begriffe wie SAR, On-Scene-Coordinator (OSC) und GMDSS stehen dabei in engem Zusammenhang.
Praktische Anwendung an Bord
Im Seenotfall meldet ein Schiff seinen Notfall über den DSC-Notalarm oder über UKW-Kanal 16. Falls ein MRCC in Reichweite ist, nimmt es die Meldung auf, fragt Details zum Notfall ab und leitet den Alarm an andere erreichbare Funkstellen weiter. Diese bestätigen den Notalarm per Sprechfunk auf Kanal 16 und leisten Hilfe. Vor Ort koordiniert ein On-Scene-Coordinator (OSC) die Suche und Rettung in Absprache mit dem zuständigen MRCC. Beteiligen sich Luftfahrzeuge, werden auch deren Einsätze vom MRCC gesteuert.
Typische Prüfungsfragen oder Prüfungsfallen
- Aufgabe eines Rescue Coordination Centre (RCC) im SAR-System.
- Unterschiede zwischen MRCC (maritim) und ARCC (luftgebunden).
- Zuordnung, welche Stelle im Seenotfall die Notalarme koordiniert und den Notverkehr abwickelt.
- Zusammenhang zwischen EPIRB-Alarm, Satellitenübertragung und Zuständigkeit eines RCC.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Das RCC ist eine Leitstelle, während das MRCC speziell die maritime Ausprägung des RCC für die Seenotrettung ist. Das ARCC übernimmt vergleichbare Aufgaben für die Luftrettung. Der On-Scene-Coordinator (OSC) koordiniert im Gegensatz dazu die Maßnahmen direkt am Unfallort, jedoch immer in Absprache mit dem zuständigen MRCC. Begriffe wie SAR, GMDSS, EPIRB und DSC beschreiben Systeme und Verfahren, die dem RCC Informationen liefern oder von diesem genutzt werden.
Zusammenfassung
Das RCC (Rescue Coordination Centre) ist die zentrale Rettungsleitstelle in einem geographischen Gebiet und koordiniert im Seenotfall alle verfügbaren Kräfte sowie den Notverkehr. Das MRCC ist das zuständige RCC für die Seenotrettung zur See, das ARCC für die Luftrettung. In GMDSS und SAR nimmt das RCC Notalarme über Funk und Satellit entgegen, leitet sie weiter und stimmt die SAR-Maßnahmen mit beteiligten Einheiten und dem On-Scene-Coordinator ab. Ein sicheres Verständnis dieses Zusammenspiels ist für die SRC-Prüfung und die Praxis an Bord unerlässlich.