SARSAT
SARSAT bezeichnet im SRC-Kontext die Satellitenkomponente des COSPAS-SARSAT-Systems, die Notsignale von EPIRB-Seenotfunkbaken empfängt, ortet und an eine Seenotleitung (MRCC) weiterleitet.
Definition
Unter SARSAT werden im GMDSS die im COSPAS-SARSAT-System eingesetzten Satelliten verstanden. Diese SARSAT-Satelliten dienen zum Empfang und zur Ortung von EPIRB-Notmeldungen. Es handelt sich um ein reines Notsystem, über das keine Kommunikation geführt werden kann. Die über SARSAT empfangenen Signale werden an ein zuständiges (M)RCC weitergegeben, das die erforderlichen SAR-Maßnahmen koordiniert.
Technischer Hintergrund
Das COSPAS-SARSAT-System besteht aus polumlaufenden Satelliten und geostationären Satelliten. SARSAT-Satelliten empfangen auf der Frequenz 406 MHz ausgesendete Notsignale von EPIRB-Notfunkbaken bzw. EPIRB-Seenotfunkbaken. Die Meldung enthält das Notsignal, die Identifikation des Fahrzeugs (MMSI) und – falls vorhanden – die GPS-Position. In den Sea Areas (Seegebiete) A1 bis A3 werden die Notsignale durch geostationäre Satelliten überwacht, sodass nach der Aktivierung einer EPIRB-Seenotfunkbake nur wenige Minuten vergehen, bis die zuständige Seenotleitung informiert wird. Ohne mitgesendete GPS-Position kann die Positionsbestimmung jedoch bis zu 4 Stunden dauern, da erst ein polumlaufender Satellit die Bake erfassen und über die Bahndaten eine Position berechnen muss. Zusätzlich senden EPIRB-Seenotfunkbaken auf 121,5 MHz ein Signal aus, das von SAR-Einsatzkräften zur Zielfahrt (Homing) genutzt werden kann.
Bedeutung für die SRC-Prüfung
Für die SRC-Prüfung ist wichtig, dass SARSAT bzw. COSPAS-SARSAT als Bestandteil des weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystems GMDSS bekannt ist. Prüflinge müssen wissen, dass COSPAS-SARSAT-Satelliten EPIRB-Notmeldungen auf 406 MHz empfangen, diese orten und an ein (M)RCC weiterleiten. Ebenso prüfungsrelevant sind der Unterschied zwischen geostationären und polumlaufenden Satelliten im System, die Überwachungsdichte in den Seegebieten A1 bis A3 sowie die Bedeutung einer in der EPIRB-Seenotfunkbake integrierten GPS-Position für die schnelle Alarmierung im SAR-Fall.
Praktische Anwendung an Bord
An Bord ist SARSAT mittelbar relevant über die EPIRB-Notfunkbake. Der Schiffsführer stellt sicher, dass eine zugelassene EPIRB-Seenotfunkbake korrekt installiert ist und regelmäßig gewartet wird (Batterie, Wasserdruckauslöser, Funktionsprüfung nach Herstellerangaben). Im Seenotfall wird die EPIRB manuell oder automatisch aktiviert und sendet das Notsignal an die SARSAT-Satelliten im COSPAS-SARSAT-System. Die Besatzung muss wissen, dass darüber ohne eigenes weiteres Zutun die Seenotmeldung an die Seenotleitung gelangt und so SAR-Fahrzeugs, SAR-Hubschraubern und andere SAR-Einsatzkräften alarmiert werden.
Typische Prüfungsfragen oder Prüfungsfallen
Typische Fragen betreffen die Aufgabe der COSPAS-SARSAT- bzw. SARSAT-Satelliten, die verwendeten Frequenzen 406 MHz und 121,5 MHz sowie die Rolle der GPS-Position in der EPIRB-Seenotfunkbake. Eine häufige Prüfungsfalle ist die Verwechslung von SARSAT mit Inmarsat, da beide im Zusammenhang mit GMDSS-SAR & Notsysteme genannt werden. Zu beachten ist außerdem, dass über COSPAS-SARSAT nur Notmeldungen übermittelt werden und keine Sprechfunkverbindungen möglich sind.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
SARSAT bzw. COSPAS-SARSAT ist ein reines Notsystem zur Ortung von EPIRB-Notmeldungen. Im Gegensatz dazu dienen Inmarsat-Satelliten der Satellitentelefonie und sind in den Polarregionen nicht verfügbar. Begriffe wie EPIRB-Notfunkbaken, EPIRB-Seenotbaken, EPIRB-Seenotsignal oder EPIRB-Notmeldungen bezeichnen die Funkbaken und ihre Signale, die von SARSAT-Satelliten empfangen werden. SART bzw. Search and Rescue Radar Transponder arbeitet dagegen mit Radarsignalen von Schiffen oder SAR-Fahrzeugs und ist kein Bestandteil des COSPAS-SARSAT-Satellitensystems.
Zusammenfassung
SARSAT steht im SRC-Kontext für die Satelliten im COSPAS-SARSAT-System, die EPIRB-Notmeldungen auf 406 MHz empfangen, orten und an ein (M)RCC weiterleiten. Durch geostationäre und polumlaufende Satelliten wird in den Seegebieten A1 bis A3 eine nahezu lückenlose Überwachung erreicht, insbesondere wenn die EPIRB-Seenotfunkbake eine GPS-Position übermittelt. Für die SRC-Prüfung sind Aufgaben, Frequenzen und Abgrenzung zu Inmarsat sowie die Einbettung von SARSAT in das GMDSS entscheidend.