Die SRC-Prüfung besteht aus drei sehr unterschiedlichen Teilen. Wer alle drei gleich lernt, verschenkt Zeit und geht mit Lücken in die Prüfung.
Viele Prüflinge lesen den Fragenkatalog immer wieder durch und hoffen, dass sich der Rest am Prüfungstag schon ergibt. Beim Theorieteil kann das knapp reichen. Beim englischen Diktat und am Funkgerät reicht es fast nie. Denn dort wird nicht abgefragt, was du weißt, sondern was du kannst: zuhören, mitschreiben, Tasten in der richtigen Reihenfolge drücken und eine Notmeldung frei sprechen.
In diesem Artikel erfährst du für jeden Prüfungsteil, was du wissen musst, wie du es anwendest und wie du es am besten praktisch übst.
So ist die SRC-Prüfung aufgebaut
Die Prüfung zum Short Range Certificate prüft drei Fähigkeiten, und jede braucht ihre eigene Lernmethode:
| Prüfungsteil | Was passiert? | Was hilft beim Lernen? |
|---|---|---|
| 1 Diktat und Übersetzung | Ein englischer Seefunktext wird diktiert. Du schreibst mit und übersetzt ins Deutsche. | Hören, hören, hören – im echten Tempo |
| 2 Theorie | 24 Multiple-Choice-Fragen aus einem Katalog von 180 Fragen | Regelmäßiges Abfragen mit Wiederholung |
| 3 Praxis | Bedienung des DSC-Funkgeräts und Sprechfunk | Handeln am Gerät, bis die Abläufe sitzen |
Für alle drei Teile gelten dieselben Grundregeln:
- Abrufen statt Lesen: Beantworte Fragen aktiv, statt Antworten nur anzuschauen.
- Kurz und regelmäßig: Täglich 20 Minuten bringen mehr als ein Lernmarathon am Wochenende.
- Prüfungsnah üben: gleiche Form, gleiches Tempo, gleiche Bedingungen.
- Fehler nutzen: Jeder Fehler wird verstanden und wiederholt, bis er nicht mehr passiert.
Teil 1: Diktat und Übersetzung richtig lernen
Das Diktat ist für viele der gefürchtetste Teil. Dabei lässt es sich besonders gut trainieren, denn die Texte stammen aus einem festen Pool von 27 offiziellen Seefunktexten.
Was du wissen musst
- Das internationale Buchstabieralphabet und die Ziffern in Seefunk-Aussprache
- Prozedurwörter wie Mayday, Pan-Pan, Sécurité, Over, Out, Correction oder I say again
- Den typischen Aufbau eines Funktextes: Anruf, Identität, Position, Lage, benötigte Hilfe, Personen an Bord
- Das Fachvokabular der 27 Texte und seine deutschen Entsprechungen
Wie du es anwendest
Wenn du den Aufbau eines Funktextes kennst, weißt du schon vor dem Diktat, welche Informationen kommen. Du hörst gezielter und kannst Lücken nachtragen. Bei der Übersetzung zählt, dass die Kerninformationen vollständig und korrekt ankommen: Position, Zeit, Art der Notlage, Hilfe, Personen.
Wie du es praktisch übst
- Trainiere das Funkalphabet mit zufälligen Buchstaben- und Zahlenfolgen als Audio, bis du sie ohne Zögern mitschreibst.
- Lerne Prozedurwörter und Vokabeln mit Karteikarten, am besten mit Audio.
- Starte jeden Text als Lückentext und steigere dich dann zum Volldiktat.
- Erhöhe das Tempo schrittweise, bis du im Prüfungstempo sicher bist.
- Vergleiche deine Übersetzung mit einer Musterübersetzung und achte auf die Kerninformationen.
Tipp: Höre die Texte verteilt über mehrere Tage, nicht alle 27 an einem Abend. So bleibt das Vokabular dauerhaft hängen.
Teil 2: Theorie mit Verständnis statt Auswendiglernen
180 Fragen klingen viel. Wer sie nur nach Antwortmustern auswendig lernt, kommt vielleicht durch den Fragebogen, steht aber in der Praxisprüfung ratlos vor dem Gerät. Denn die Theorie ist die Grundlage für alles, was du später am Funkgerät tust.
Was du wissen musst
- Rechtsgrundlagen: wann welches Funkzeugnis nötig ist und welche Pflichten an Bord gelten
- Funktechnik: Reichweite von UKW, Sendeleistung, Antenne, Squelch, Dual Watch
- Kanäle: Not- und Anrufkanäle, DSC-Kanal, Simplex und Duplex, Arbeitskanäle
- GMDSS: wofür DSC, EPIRB, SART, NAVTEX und AIS da sind
- Verkehrsarten: Not-, Dringlichkeits-, Sicherheits- und Routineverkehr und ihre Rangfolge
- Kennungen: Rufzeichen und MMSI
Wie du es anwendest
Jede Theoriefrage hat einen Bezug zur Praxis. Wer verstanden hat, warum Kanal 16 und Kanal 70 unterschiedliche Aufgaben haben, wählt am Gerät automatisch den richtigen Kanal. Ordne deshalb jede Frage einer realen Situation an Bord zu.
Wie du es praktisch übst
- Lerne mit einem Karteikartensystem nach Leitner: Falsch beantwortete Fragen kommen früher wieder, sichere Fragen seltener.
- Lies bei jeder falschen Antwort die Erklärung, nicht nur die richtige Lösung.
- Übe gezielt nach Themengebieten, in denen du die meisten Fehler machst.
- Simuliere regelmäßig komplette Prüfungsbögen mit 24 Fragen.
Teil 3: DSC-Bedienung und Sprechfunk üben
In der praktischen Prüfung sitzt du vor einem echten Funkgerät. Hier hilft kein Lesen: Die Abläufe müssen in den Fingern und auf der Zunge sitzen.
DSC-Bedienung am Gerät
Was du wissen musst
- Grundbedienung: Einschalten, Kanalwahl, Sendeleistung, Squelch, Dual Watch, Schnellwahl Kanal 16
- Notalarm per DSC, mit und ohne Angabe der Art der Notlage
- Fehlalarm korrekt aufheben
- Eingehende Rufe empfangen und richtig reagieren
- Dringlichkeits-, Sicherheits- und Routineanrufe per DSC absetzen
- Position und Zeit manuell eingeben, wenn kein GPS-Signal anliegt
Wie du es anwendest
In der Prüfung bekommst du eine Situation geschildert und setzt sie am Gerät um. Entscheidend ist die richtige Tastenfolge, ohne langes Suchen im Menü.
Wie du es praktisch übst
- Lerne jede Prozedur zuerst geführt, mit Hinweisen zu jedem Schritt.
- Wiederhole sie danach ohne Hilfe, bis sie fehlerfrei gelingt.
- Übe mit wechselnden Situationen, damit du nicht nur eine feste Reihenfolge auswendig kannst.
Sprechfunkverfahren
Was du wissen musst
- Den festen Aufbau einer Notmeldung (Mayday) mit Rufzeichen, MMSI, Position, Lage, benötigter Hilfe und Personen
- Wann eine Weiterleitung oder Bestätigung einer fremden Notmeldung zulässig ist
- Den Aufbau von Pan-Pan- und Sécurité-Meldungen
- Den Ablauf eines Routinegesprächs mit Kanalwechsel
- Die Regeln der Funkdisziplin, etwa Funkstille im Notverkehr
Wie du es anwendest
DSC und Sprechfunk gehören zusammen: Auf den DSC-Notalarm folgt die Notmeldung per Sprechfunk. Trainiere deshalb beides als einen zusammenhängenden Ablauf.
Wie du es praktisch übst
- Sprich jede Meldung laut, zuerst mit eingeblendetem Schema.
- Übe dann frei, ohne Vorlage.
- Spiele Dialoge mit wechselnden Gegenstellen durch: Küstenfunkstelle, Rettungsleitstelle, anderes Schiff.
Die richtige Lernreihenfolge
Die drei Prüfungsteile bauen aufeinander auf. Mit dieser Reihenfolge nutzt du deine Lernzeit am besten:
- Funkalphabet, Ziffern und Prozedurwörter – sie sind die Basis für alle drei Teile.
- Theorie-Grundlagen zu Kanälen, Verkehrsarten und DSC.
- Grundbedienung des Funkgeräts.
- DSC-Prozeduren und Sprechfunk, kombiniert in realistischen Situationen.
- Parallel ab Schritt 2: täglich eine kurze Einheit Diktat und Karteikarten.
- Zum Schluss: komplette Prüfungssimulationen aller Teile unter Realbedingungen.
Prüfungsreif bist du, wenn du alle drei Teile in der Simulation mehrfach hintereinander sicher bestehst, nicht schon, wenn es einmal geklappt hat.
So unterstützt dich SRC-Buddy
SRC-Buddy ist genau nach diesem Konzept aufgebaut: Jeder Prüfungsteil wird mit der Methode trainiert, die zu ihm passt.
- Diktat: Funkalphabet- und Diktatübungen zu den 27 offiziellen Seefunktexten
- Theorie: Karteikarten nach dem Leitner-System und Prüfungssimulation auf Basis des offiziellen Katalogs mit 180 Fragen
- DSC-Bedienung: ein Simulator nach dem Vorbild des DSC-Funkgeräts M330
- Sprechfunk: KI-gestütztes Sprechtraining, bei dem du Meldungen laut übst
So lernst du flexibel, wann und wo du willst, und gehst mit Routine statt mit Hoffnung in die Prüfung.
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